Architektur- Psychologie

Manuela Schmid


Schön, dass Sie da sind !
Weil ich immer wieder gefragt werde, was denn eigentlich Architekturpsychologie ist, möchte ich hier allen die Möglichkeit geben, sich schnell und einfach über das Thema zu informieren. 

In der Architekturpsychologie geht es um zentrale Inhalte und Fragen wie:


  • Der Mensch im Zentrum der Architektur 
  • Was ist ein gebauter, menschengerechter Lebensraum?
  • Was sind gesundheitsfördernde Räume?
  • Wie ist die Wirkung von gebauten Räumen auf das Befinden, Verhalten und Zusammenleben z.B. im Wohnungsbau, oder auf die Konzentration und Motivation z.B. bei Arbeitsplätzen?
  • Was sind interaktionsfördernde Settings, z.B. bei Mehrfamilienhäuser oder in Büroräumen? 
  • ... und vieles mehr!


Die Wohn- und Architekturpsychologie findet Antworten auf solche und ähnliche Fragen auf wissenschaftlicher Basis.

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Die Architekturpsychologie ist eine relative junge Wissenschaft und verbindet Wissen aus verschiedenen Disziplinen der Psychologie wie Sozial-, Entwicklungs-, Wahrnehmungs-, Arbeits- oder Neuropsychologie mit dem Wissen aus den technischen und planenden Fachgebieten wie Städtebau, Architektur, Innenarchitektur, usw.


Was ist Architekturpsychologie?

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Die Architekturpsychologie ist ein Teilgebiet der Umweltpsychologie und beschäftigt sich mit der Interaktion von Menschen mit der gebauten Umwelt.

Bei Architekturpsychologie geht es um jede Art von Architektur, also neben Wohnhäuser auch Bürogebäude, Schulhäuser, Krankenhäuser, Plätze, Tiefgaragen, usw.

Was ist Wohnpsychologie?

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Die Wohnpsychologie ist Teil der Architekturpsychologie.

Wohnpsychologie betrachtet im Speziellen der gebaute menschliche Wohnmittelpunkt und seine Wirkung auf das Befinden, Verhalten und das Zusammenleben der Bewohnerschaft.

Wohnpsychologie betrifft nicht nur „Wohlfühlaspekte“

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Sondern:
- alle Ebenen von Sensorik (Wahrnehmung, Denken, etc.)
- Zwischenmenschliches Zusammenleben

- Sicherheit & Kriminalität
- Persönliche Entfaltung
- Entwicklungsumwelten (insb. für Kinder)
- Aneignung (sozusagen die „emotionale Bindung zum Ort")
- Verhalten
- Erholung
- Gesundheit

Wohnen ist mehr als der Aufenthalt in den eigenen 4 Wänden. 

Ist Wohn- und Architekturpsychologie das gleiche wie Feng Shui?

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Nein. Architekturpsychologie beruht auf wissenschaftlichen Studien, d.h., deren Erkenntnisse sind mittels objektiven und nachvollziehbaren Methoden gewonnen.

Feng Shui verfolgt zwar ähnliche Ziele, dessen Erkenntnisse sind aber aus Erfahrungen gewonnen und nicht wissenschaftlich belegt. 

Architekturpsychologie = Bedürfnisgerecht Planen? Was heisst „bedürfnisgerecht“? 

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Das wäre der Ansatz. Nur, was sind unsere Bedürfnisse?

Nebst den physiologischen Grundbedürfnissen wie Nahrung, Schlaf, usw., die allen Menschen ähnlich sind, gibt es noch zahlreiche Individual- und (Wohn)bedürfnisse, wie das Bedürfnis nach Rückzug, Sicherheit, Geselligkeit, Anerkennung, Ästhetik und Selbstverwirklichung. Diese Bedürfnisse bedeuten für jeden etwas anderes und sind je nach Lebensphase unterschiedlich ausgeprägt (z.B. beim Auszug der Kinder, Veränderung der Lebensumstände, Älterwerden, usw.).


Um also bedürfsnisgerecht planen und bauen zu können, benötigt es eine umfassende und individuelle Bedürfnisanalyse, weil meist sind wir uns unseren Bedürfnissen nicht wirklich bewusst.

Kann eine Wohnung krank machen?

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Ja, vor allem langfristig betrachtet. Das kann sich in unterschiedlichen Symptomen wie Gereiztheit, Unruhe oder Stress äussern, und auf unbewusste Faktoren des Wohnumfelds zurückgeführt werden. Um hierfür einige Beispiele zu nennen: sensorischer Lärm, mangelnde Rückzugsmöglichkeiten oder ein eingeschränkter Wahrnehmungsraum infolge schlechter Aussicht können zu psychischer Belastung führen. 

Beispielsweise weisen Umwelten, die einen geringen Erlebnisgehalt haben (wie zum Beispiel eine schlechte Aussicht, alle Räume in kahlem weiss, u.ä.), die Wahrscheinlichkeit, an einem Burnout oder Depression zu erkranken. 

Wie kann das gebaute Umfeld dazu beitragen, dass Menschen schneller gesund werden? 

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Ein wichtiger Aspekt hierzu ist die Natur: Wissenschaftliche Studien in Krankenhäuser haben gezeigt, dass sich Patienten mit dem Ausblick in die Natur schneller erholt haben als diejenigen, die das nicht hatten. Der Bezug zur Natur, zur Luft und zum Licht, beeinflussen den Menschen psychisch und physisch positiv.

Vgl. z.B. die Studie von:  Ulrich, R. S. (1984). View through a Window May Influence Recovery from Surgery. Science, New Series, 224(4647), 420–421. 

Warum ist Natur in der Architektur wichtig, wie ist ihre Wirkung?

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Unser Gehirn hat sich mit der Natur entwickelt. Natur hat ein mittleres Stimulationsniveau, das heisst, sie wirkt  

anregend und entspannend zugleich.


Natur hat zahlreiche positive Wirkungen wie:
- antistresswirkend, gesundheitsfördernd
- bessere Konzentrations- und Arbeitsleistung
- senkt aggressives Verhalten
- begünstigt soziale Interaktionen, usw.

Studien konnten zeigen, je grüner die Umgebung, desto seltener sind Herz- und Kreislauferkrankungen, Depressionen und Angststörungen bei den Bewohnern. Begrünte Flächen in der Wohnumgebung haben demnach einen präventiven Effekt hinsichtlich physischer und psychischer Gesundheit.

Vgl. z.B. die Studie von: Maas, J., Verheij, R. A., Vries, S. de, Spreeuwenberg, P., Schellevis, F. G., & Groenewegen, P. P. (2009). Morbidity is related to a green living environment. Journal of Epidemiology & Community Health, 63(12), 967–973. 

Teuer ist nicht gleich besser

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Bei architekturpsychologischen Themen geht es nicht um Luxus oder Design, sondern darum, dass bedürfnisgerecht geplant, gebaut und/oder eingerichtet wird. Dies kann auch mit kleinem Budget umgesetzt werden.

Beschäftigt sich ein Architekt, Innenarchitekt, oder andere (Fach)Planer nicht sowieso mit Wohn- &  Architekturpsychologie? 

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Nein. Architekturpsychologie ist eine eigene Fachrichtung, so wie es auch der Bauingenieur oder der Denkmalpfleger eine ist. Eine umfangreiche Analyse und Beratung für Wohn- und Architekturpsychologie ist mit einem gewissen Aufwand verbunden und ist im normalen Umfang bei den Architekten, Innenarchitekten und (Fach)planer nicht eingerechnet.

Was macht ein Architekturpsychologe/in?

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Das Tätigkeitsfeld ist natürlich sehr vielseitig - wenn auch noch sehr neu. Primär geht es um die Beratung und/oder Analyse von gebauten oder geplanten Projekten und/oder einer Bedürfnisanalyse des Auftraggebers. 

Wann macht eine Architekturpsychologische Beratung Sinn?

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Planung:
- Sie stehen vor dem Kauf oder Bau Ihres Eigenheims

- Sie planen einen Umbau oder Neubau für eine konkrete Bewohnerschaft oder für eine spezifische Zielgruppe?
- Sie planen eine Siedlung mit unterschiedlichen Benutzer-/ und/oder Bewohnerschaften

Arbeitsleben:
- Sind Ihre Mitarbeiter unmotiviert und/oder nicht effizient?
- Gibt es Konflikte im Team, die auf das Arbeitsumfeld zurückgeführt werden (könnten)?


Alltag:
- Sie fühlen sich in Ihrem Zuhause nicht wohl
- Sie haben immer wieder (Familien)Konflikte zuhause 

- Sie können sich zuhause nicht erholen oder fühlen sich nicht sicher? (Stichwort: Nachbarschaft, Kriminalität, etc.)

Natürlich gibt es noch unzählige andere Gelegenheiten, wo es Sinn macht, das Thema architekturpsychologisch zu betrachten - auch wenn es (oftmals) nicht das naheliegendste ist.

Wo finde ich architekturpsychologische Unterstützung? 

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Bei allgemeinen Fragen rund um das Thema Wohn- und Architekturpsychologie stehe ich gerne zur Verfügung.

Bei Beratungs- oder Projektanalysebedarf verweise ich gerne auf meine Kolleginnen und Kollegen von IWAP (Institut für Wohn- und Architekturpsychologie). Hier finden Sie Expertinnen und Experten aus der Schweiz, Deutschland und Österreich.

Beratung & Analyse

Schreiben Sie mir bei Fragen oder weiterführendem Interesse zum Thema Wohn- und Architekturpsychologie gerne eine Nachricht.

Bei Bedarf für eine projektspezifische Beratung und/oder Analyse verweise ich gerne auf meine Kolleginnen und Kollegen von IWAP (dem Institut für Wohn- und Architekturpsychologie). 

Über mich

Ich bin Manuela Schmid, Architektin BA FHZ und Expertin für Wohn- & Architekturpsychologie AAP.

Als begeisterte Entwurfsarchitektin gehe ich nebenbei noch meiner zweiten Leidenschaft, der Psychologie, im Psychologiestudium an der Fernuni Schweiz nach.

Durch meine Ausbildung beim Institut für Wohn- und Architekturpsychologie (IWAP), dem Architektur- und nun noch dem Psychologiestudium, ist es mir wichtig, mein Umfeld auf architekturpsychologische Themen zu sensibilisieren und diese in meinen Projekten zu berücksichtigen.


In meiner Freizeit tanze, reite und male ich gerne. Wenn immer möglich reise ich in die Ferne, um neue Länder und Kulturen zu entdecken.

Haben Sie eine Frage? Schreiben Sie mir!

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